Roni Horn

Bis zum 1. Januar 2017 haben Besucher in der Fondation Beyeler die Gelegenheit, sich einen Überblick zu machen über das Schaffen von Roni Horn. Horn wurde 1955 in New York geboren. Seit 1975 reist sie regelmässig nach Islan. Die vielfältigen und schnell wechselnden Wetterverhältnisse, die schroffe Landschaft und die Abgeschiedenheit sind wesentliche quellen ihrer Inspiration. "Big enough to get lost on. Small enough to find myself" wird Horn im Ausstellungsflyer zitiert. In ihrem umfangreichen und vielseitigen Werk mit einem breiten thematischen Spektrum setzt sich Roni Horn vor allem mit Fragen zu Identität, Wandlungsfähigkeit, Sprache, Wahrnehmung und Wasser auseinander. Kuratiert von Theodora Fischer, Senior Curator der Fondation Beyeler sind fotografische Installationen, Arbeiten auf Papier und die wohl am ehesten einer breiten Öffentlichkeit bereits bekannten Skulpturen aus gegossenem Glas zu sehen. Die sechs Räume der Ausstellung, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben scheinen, werden als zusammenhängende Installation erlebbar, die in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin entwickelt wurde. der erste Raum ist der Zeichnung gewidmet, fragilen monumentalen Pigmentzeichnungen im Format zwei mal drei Meter. Zeichnung ist eigentlich viel zu wenig als Bezeichnung für das was Roni Horn in diesen Arbeiten erschaffen hat. Für jedes Werk fertigt sie zunächst mehrere ähnliche abstrakte Zeichnungen an, zerschneidet sie sauber mit einem Messer und fügt sie zu einen neuen grösseren Bild zusammen. Es entstehen feine mäandernde Linien und zarte virtuose Formen, die Oberfläche wirkt porös, die mineralischen Pigmente leuchten sanft und dennoch intensiv und stehen im Kontrast zu zarten nachträglich eingefügten Anmerkungen der Künstlerin mit Bleistift, die ein flüchtiger Betrachter fast übersieht.